Auf der Durchreise

Heute besuchte Martin H. den Gottesdienst der EFG Bern mit schwerem Reisegepäck. Als ich ihn nach dem Grund fragte, antwortete er: „Ich bin auf der Durchreise!“

Seine Antwort erinnerte mich an das Bibelwort aus Hebräer 13.14: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

Auch wenn wir keine sichtbaren Koffer mit uns herumtragen gilt: Wir sind auf der Durchreise! Das ist eine gute Sache, denn wer auf der Durchreise ist, achtet auf leichtes Gepäck: Lebensfreude statt schwerer Sorgen, Grosszügigkeit statt Bangen um vergänglichen Besitz und Gelassenheit statt erdrückenden Eifer um irdischen Erfolg.

Rose und Madalena

Im Jahr 2009 und 2010 machten wir als Gemeinde einen generationen übergreifenden missionarischen Einsatz in Bobbio Pellice in Italien. Was daraus entstand wissen wir in den meisten Fällen nicht. Nun hat Matt Gibson vom OM Team Italien einen Artikel in den deutschen OM Nachrichten veröffentlicht, wo eine solche Frucht unseres Einsatzes beschrieben ist. Hier sein Artikel im Originalton:

Begonnen hatte es mit einer einmaligen Veranstaltung in einem Altersheim in Luserna San Giovanni, Italien. Ein Team von OM Italien (1) führte ein Programm mit Musik und Zeugnissen für die Bewohner durch. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, bei angebotenen Erfrischungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Mit ihrem beschränkten Italienisch sprach Rose die Dame neben sich an. Rose kommt aus Schottland und lebte noch nicht lange in Italien. Ihre Erleichterung war groß, als sie entdeckte, dass ihre Gesprächspartnerin Madalena Englisch sprach. In den folgenden Monaten entwickelte sich zwischen den beiden Frauen eine Freundschaft. Oft begleitete Rose Madalena auf ihren täglichen Spaziergängen. Als Madalena sich bei einem Sturz schwer verletzte und ans Bett gebunden war, besuchte Rose sie weiterhin regelmässig. Während Madalena sich erholte, lernte Rose weitere Bewohnerinnen im Altersheim kennen. Sie unterhielt sich mit den älteren Damen und betete mit ihnen. Daraus wuchs ihr Wunsch und Gebet, dass mehr Menschen diesen verletzten und hoffnungslosen Frauen dienen würden. Einige Zeit später erkundigte sich Jill, ein Teammitglied von OM Italien und Musikerin, ob sie Rose mit ihrer Gitarre ins Altersheim begleiten könne. Zusammen sind Rose und Jill ein erstklassiges Team: Jill mit ihrer Musik und Rose mit ihren flotten Sprüchen. Sogar die Männer liessen sich mitreissen, als Jill bekannte Weihnachtslieder sang. Inzwischen besuchen auch Frauen aus der örtlichen Kirchengemeinde die Bewohner des Altersheims. Was mit einigen gestammelten italienischen Wörtern begann, ist zu einem blühenden Ausdruck der Liebe von Jesus gewachsen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Gott die kleinen Dinge gebraucht, um bedürftigen Menschen seine Liebe zu zeigen; wie er spärliche Opfer in Segen verwandelt und damit viele Menschenleben berührt.

Anmerkung (1): Hier waren wir dabei.

Zum Bild: Rose und Madalena, fotografiert von Matt Gibson